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Produktlebenszyklus – warum er entscheidend ist

Von ·Kategorien: Technik erklärt·Published On: August 15th, 2020·3,1 min read·

IT-Profis kennen den Balanceakt, der mit der Standardisierung von Computer-Hardware für ein Unternehmen einhergeht. Entscheiden Sie sich für einen kostengünstigen PC mit einem Motherboard, das bald in den Ruhestand geht? Dann könnten Sie einer Zukunft ohne Ersatz-Hardware oder Firmware- und Treiber-Updates entgegensehen. Somit ist dies ein Rezept für einen potenziellen Albtraum bezüglich Wartung und Sicherheit.
Daher sollten IT-Manager den Lebenszyklus der von ihnen eingesetzten Systeme und Komponenten aufmerksam verfolgen. Er enthält einen Zeitplan, der die Verpflichtung des Anbieters zu Herstellung, Verkauf und Support seiner Produkte aufzeigt. Der Produktlebenszyklus definiert, wann ein Produkt zum Kauf verfügbar wird und wann die Herstellung endet. Daneben wird festgelegt, wann der Support für die in der Praxis eingesetzten Produkte endet. In einigen Fällen stellen Anbieter den Support der Hauptlinie ein. Jedoch bieten sie für eine gewisse Zeit einen erweiterten Produktsupport an, der manchmal mit zusätzlichen Kosten einhergeht.

Visualisierung des Produktlebenszyklus

Meilensteine im Produktlebenszyklus, inklusive allgemeiner Verfügbarkeit (general availability, GA), End-of-Life-Ankündigung (EOLA), letztes Bestelldatum (last order date, LOD) und End-of-Life (EOL)

Produktlebenszyklen zu berücksichtigen ist besonders wichtig, wenn Industrie oder Rugged PC (IPCs) in abgelegenen oder unberechenbaren Umgebungen eingesetzt werden. Dazu gehören Fabrikhallen, Remote-Infrastrukturen wie Pipelines sowie Fahrzeuge, Züge und Flugzeuge. Diese Umgebungen können den Verschleiß von Hardware und Komponenten beschleunigen. Indem sie Systeme mit längeren Lebenszyklen wählen, können Unternehmen sichergehen, dass sie bei Bedarf zusätzliche oder identische Ersatz-Hardware beschaffen können. Außerdem wird sichergestellt, dass Treiber- und Software-Updates über einen verlängerten Zeitraum verfügbar sind. Damit ist dies ein Vorteil für ferngesteuerte IPCs und Ausrüstung, deren Austausch schwierig oder unerschwinglich sein kann.

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Was ist ein angemessener Lebenszyklus für ein IPC-System? Das hängt von vielen Faktoren ab. Jedoch ist ein Zeitraum von fünf bis sieben Jahren vorzuziehen. Dann ist es eine triviale Angelegenheit, wenn ein Werkstatt-IPC Staub und Metallspänen erliegt. Er kann durch einen exakten Eins-zu-eins-Austausch ersetzt werden.

Produktlebenszyklus vs. Produktlebensdauer

Schließlich lohnt es sich, die Verwirrung um die Begriffe Lebenszyklus und Lebensdauer zu klären. So definiert der Produktlebenszyklus die Verpflichtung eines Herstellers, ein Produkt zu bauen und zu unterstützen. Hingegen beschreibt die Lebensdauer die erwartete Nutzungsdauer eines Produkts in der Praxis. So kann eine weißglühende Glühbirne etwa 1.200 Stunden lang funktionieren, bevor sie ausbrennt. Also ist dies ihre Lebensdauer. Jedoch kann sich die Verpflichtung des Anbieters zur Herstellung dieses Glühlampenmodells auf 20 Jahre oder mehr erstrecken. Somit ist dies ihr Lebenszyklus. Während der Lebenszyklus eine vordefinierte Verpflichtung des Herstellers ist, wird die Lebensdauer (oder Lebenserwartung) einer Hardware von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Diese reichen von der Art und Weise, wie und wo sie installiert wird, bis hin zur Intensität ihres täglichen Gebrauchs. Daher ist die Lebensdauer eine viel schwieriger zu definierende Messgröße zum Zeitpunkt der Herstellung oder des Kaufs.

Die Anforderungen industrieller und rauer Umgebungen sind einzigartig und oft unvorhersehbar. Daher können labordefinierte Messgrößen wie die mittlere Ausfallzeit (Mean Time Between Failure, MTBF) wenig dazu beitragen, die tatsächliche Lebensdauer der Hardware vorherzusagen. Schließlich sind die Komponenten im Alltag Hitze, Kälte, Vibrationen, Staub und anderen Faktoren ausgesetzt, die von der Nutzung und Installation abhängen. IPC-Hardware und Komponenten mit längeren Lebenszyklen helfen Unternehmen, angesichts von Hardware-Herausforderungen agil zu bleiben. Außerdem helfen sie,  sicherzustellen, dass die eingesetzten Systeme sicher und auf dem neuesten Stand bleiben.

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Hinweis: Dieser Blog-Beitrag wurde ursprünglich am 20. Dezember 2016 veröffentlicht. Er wurde am 15. August 2020 inhaltlich aktualisiert.

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About the Author: Darek Fanton

Darek ist Communications Manager bei OnLogic. Seine Leidenschaft für Journalismus und Technologie hat ihn von den Redaktionen lokaler Zeitungen bis in die Produktionshallen von IBM geführt. Aufgrund seines Hintergrunds in der Nachrichtenredaktion ist er immer auf der Suche nach den neuesten technischen Entwicklungen und den besten Möglichkeiten, diese Informationen mit den Lesenden zu teilen. Neben seiner Affinität für Worte ist Darek auch ein Musikliebhaber, Jongleur und ein großer Fan von schlechten Witzen.
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