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Wie Sie den besten Industrie-Computer wählen – Teil I: Hardware

Von ·Kategorien: Industrielles IoT·Published On: Juli 30th, 2021·6.4 min read·

Die Frage, die ich öfter als jede andere höre, ist: „Wie wähle ich den besten Industrie-Computer aus?“ Ich arbeite seit den letzten dreieinhalb Jahren im technischen Vertriebsteam hier bei OnLogic. In dieser Zeit habe ich Hunderten von Kund:innen geholfen, diese Frage zu beantworten. Gemeinsam mit ihnen habe ich den Industrie-Computer gefunden, der ihre Ansprüche am besten erfüllt.

Ich habe im Laufe der Zeit gelernt, dass die Wahl des besten Industrie-Computers stets auf denselben grundlegenden Fragen beruht. Dabei spielt es keine Rolle, wie einzigartig oder innovativ ein Projekt ist. Mit einem 12-stufigen Prozess helfe ich Kund:innen bei der Auswahl der besten Industrie-Computer– oder Rugged-Hardwarelösung zur Erfüllung ihrer Projektziele.

Checkliste zur Auswahl von Hardware

  1. Prozessor
  2. RAM
  3. Speicher
  4. I/O
  5. Netzwerkverbindung (mit/ohne Kabel/4G etc.)
  6. Temperaturbereich
  7. Leistung
  8. Formfaktor
  9. Befestigung
  10. Lebenszyklus
  11. Regulatorisches
  12. Budget

Ich werde die einzelnen Schritte in zwei Artikeln behandeln. Teil I dreht sich um die Hardware-Anforderungen. Teil II (folgt demnächst!) befasst sich mit der Umgebung und den Anforderungen des Unternehmens.  

Schritt 1: Wie viel Rechenleistung benötigen Sie ?

Wenn Sie daran arbeiten, einen vorhandenen Computer zu ersetzen oder aufzurüsten, gestaltet sich der Prozess recht einfach. Finden Sie heraus, welchen Prozessor Sie jetzt haben: wie bewältigt er die Arbeitslast? Die meisten Betriebssysteme ermöglichen es Ihnen, Details zu Ihrem Computer über das Einstellungsmenü anzuzeigen. Ihr Systemmonitor wird Ihnen zeigen, wie Ihre derzeitige CPU die Arbeit bewältigt. Geben Sie dann Ihre Modellnummer auf einer Benchmarking-Website ein. Benchmarking-Websites helfen Ihnen, Prozessoren verschiedener Generationen mit unterschiedlicher TDP (Thermal Design Power) praxisnah miteinander zu vergleichen. Außerdem können Sie auch AMD®- und Intel®-Prozessoren miteinander vergleichen.

Entgegen dem, was Sie vielleicht in einer Softwareanforderung sehen, sind nicht alle i7 gleich konstruiert. Ein kurzes Beispiel: Werfen wir einen Blick auf den PassMark-Wert: Vergleichen wir die Ivy Bridge i7-3612QM CPU bei 2,10 GHz mit dem neuen Comet Lake i7-10700T bei 2,00 GHz vergleichen, erhalten wir Werte von 4.364 beziehungsweise 12.425. Das ist fast das Dreifache der Leistung bei der neuesten i7-Generation. Sogar der Comet Lake i3-10100T würde Ihnen fast die doppelte Rechenleistung der älteren i7-Generation bieten. 

Kund:innen, die Programme ausführen, welche von der älteren Hardware problemlos bewältigt werden, sollten darüber nachdenken, einen modernen Prozessor der unteren Klasse zu verwenden. Dadurch können sie Kosten sparen und unnötige Betriebsausgaben reduzieren.

Es ist kein Industrie-Computer zum Benchmarking vorhanden?

Was sollten Sie tun, wenn Ihnen kein PC zur Verfügung steht, den Sie als Benchmark verwenden können? Das Beste ist, die von Ihrem Software-Anbieter genannten Hardware-Anforderungen zu überprüfen. Anschließend können wir eine fundierte Annahme treffen. Sie basiert auf den Funktionen, die Sie verwenden werden, dem Zeitpunkt, zu dem die Software geschrieben wurde und darauf, welche Prozessoren zu jener Zeit „modern“ waren, als ein i5 oder mehr gefordert wurde. Daher ist es so wichtig, in Ihrem Projektzeitplan genügend Zeit für das Prototyping einzuplanen. Wir empfehlen, die Spezifikationen für den Prototyp großzügig zu bemessen. Skalieren Sie, wenn Sie zur Massenproduktion übergehen. Wenn Sie ein Großprojekt haben, können Sie sich durch unser „TryLogic“-Programm für einen risikofreien Prototypen qualifizieren. Dabei haben Sie eine Testphase von 30 Tagen .

Schritt 2: Wie viel RAM brauchen Sie?

Beginnen Sie ähnlich wie in Schritt 1 damit, sich anzusehen, was Sie jetzt haben und wie es sich verhält. Das ist Ihre beste Chance, die optimale Konfiguration zu finden. Wenn Sie ohne eine bestehende Lösung einsteigen, nutzen wir ebenfalls die gleiche Methode, um bei der Erstellung eines Prototyps zu helfen. Überprüfen Sie die von Ihrem Softwareunternehmen vorgegebenen Hardware-Anforderungen. Im Zweifelsfall sollten Sie den Prototypen leicht überspezifizieren.

Weitere zu beachtende Punkte sind die Speichergeschwindigkeit und die Entscheidung zwischen Single-Channel und Dual-Channel. Sofern Sie keine speziellen Anforderungen haben, macht dies in der Welt des Embedded-Computing selten einen großen Unterschied. Die meisten Kund:innen werden ihre Entscheidung auf Basis der Verfügbarkeit und der Kosten treffen. Wenn Sie zum Beispiel sehen, dass das 8-GB-RAM-Modul nicht lieferbar ist, entscheiden Sie sich für zwei 4-GB-Module. Da alle unsere Kosten auf den Marktpreisen für Komponenten basieren, kann es manchmal die kostengünstigere Wahl sein, zwei 16-GB-Module anstelle eines 32-GB-Moduls zu wählen.

ECC (Error-correcting Code) ist eine weitere Art von RAM. ECC wird meist in Serveranwendungen benötigt und hat in der Regel höhere Kosten. Zwar unterstützen nicht alle Motherboards ECC, aber es ist oft eine gute Wahl für Rugged-Systeme oder unternehmenskritische Anwendungen.

Foto eines ECC-Speicherchips

Schritt 3: Wie viel Speicherplatz benötigen Sie?

Es gibt viele verschiedene Arten von Speichern. Jeder hat seine Bestimmung. In Industrie- und Rugged-Computern ist Solid State fast immer am zuverlässigsten. Für die meisten Anwendungen gibt es bei der Leistung in der Praxis kaum Unterschiede zwischen den auf unserer Website erhältlichen modernen SSDs. Wenn Sie Massenspeicher mit großer Kapazität benötigen, kann eine HDD eine vernünftige Wahl sein. Sie hält die Kosten gering, wenn Stöße, Vibrationen und übermäßig hohe Temperaturen keine Rolle spielen. Für spezifischere Anwendungen können NVMe- oder überwachungsspezifische Laufwerke mit hoher Geschwindigkeit erforderlich sein. Diese Situationen sind jedoch weniger häufig.

Wenn Sie Windows 10 installieren, beträgt die von uns empfohlene minimale Speicherkapazität 64 GB. Microsoft nennt einen Mindestspeicherbedarf von 20 GB, um das Betriebssystem ausführen zu können. In der Praxis führen Updates und regelmäßige Nutzung jedoch dazu, dass der tatsächliche Speicherplatzbedarf größer ist. Mit erweiterten Einstellungen kann eine Anzahl unserer Kund:innen 32 GB nutzen. Für die Mehrheit sind jedoch mindestens 64 GB die bessere Wahl.

Wie schon bei der Auswahl Ihrer CPU und RAM ist es am besten, auf Ihre bestehende Lösung oder die von Ihrem Softwareanbieter definierten Anforderungen zurückzugreifen. So können Sie feststellen, was Sie benötigen.   

Schritt 4: Bestimmen Sie Ihre I/O-Anforderungen

Um Ihre I/O-Anforderungen zu ermitteln, beginnen Sie zunächst mit der Erstellung einer Bestandsaufnahme aller Geräte erstellen, die Sie an Ihren PC anschließen müssen. Machen Sie eine Liste der verschiedenen Arten von Verbindungen, die Sie benötigen. Im Industriebereich steuern und sammeln unsere Computer oft Daten von älteren Systemen. Das Verständnis der verwendeten Protokolle und der bestehenden Infrastruktur ist entscheidend für die Wahl der Hardwareoption, die sich am effektivsten integrieren lässt.

Für diesen Schritt ist es oft hilfreich, einen Architekturplan zu entwerfen. Er hilft Ihnen, Ihr Projekt zu visualisieren. Sobald Sie einen groben Entwurf Ihres Architekturplans erstellt haben, wenden Sie sich gerne an uns. Wir helfen Ihnen beim Ausfüllen mit den optimalen Hardwarekonfigurationen für jede Ebene.

Computer mit vielen I/O

Schritt 5: Brauchen Sie eine Drahtlos-Verbindung für Ihren Industrie-Computer?

Die meisten unserer Systeme können mit WiFi/BlueTooth oder 4G konfiguriert werden. Zudem ist es eine Option, das System so zu konfigurieren, dass beides gleichzeitig ausgeführt wird. Industrie 4.0-Lösungen erfordern eine drahtlose Kommunikation, da sie ständig verbunden sein müssen. Darüber hinaus bietet eine drahtlose 4G-Lösung viele Vorteile, da die Hardware an immer weiter entfernten Standorten eingesetzt wird.

Lesen Sie Teil II (folgt demnächst!) von Wie Sie den besten Industrie-Computer auswählen. Dort erfahren Sie, welche Umgebungs- und Unternehmensfaktoren Sie berücksichtigen müssen, bevor Sie die beste Lösung auswählen.

Laden Sie zum Einstieg eine Checkliste herunter!

Sind Sie bereit, den besten Industrie-Computer zu finden? Auf geht’s zum nächsten Schritt! Laden Sie unseren ultimativen Guide zur Auswahl eines Industrie-Computers herunter. Er enthält eine praktische Checkliste zur Konfiguration, die Sie durch den Prozess der Hardwareauswahl führt. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen haben – wir helfen Ihnen gerne weiter!

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About the Author: Pete Pikulski

Pete is a member of our Technical Sales team who specialize in helping our customers match their unique business needs with our wide-ranging hardware portfolio and OEM services. Give Pete and the team a call for help finding the perfect hardware for your next project.
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