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Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Edge-Computing: Ein Rückblick auf OnLogic Live – Edge of Tomorrow

Von ·Kategorien: Industrielles IoT·Published On: Juni 24th, 2021·17.3 min read·

Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Edge-Computing war unser Thema bei OnLogic Live: Edge of Tomorrow. Wir sprachen darüber, wie die Leistung von Edge-Computern und innovativer Software die aktuelle Modernisierung von Industriebereichen vorantreibt. Mit dabei waren Rick Lisa, Director of IoT Business Development, North America bei Intel, und Travis Cox, Co-Director of Sales Engineering bei Inductive Automation. 

Jetzt anschauen: OnLogic Live – Edge of Tomorrow

Wir empfehlen Ihnen, sich das Event in voller Länge anzusehen. Sie können sich aber auch unseren Rückblick in Form des folgenden Q & A ansehen.

Was ist Edge-Computing?

Cloud-Computing war in der Vergangenheit ein Hauptaugenmerk bei vielen Anwendungen, in denen Daten zur Verarbeitung und Analyse auf externe Server übertragen werden. Hingegen werden beim Edge-Computing die Daten näher an der Quelle gesammelt, verarbeitet und entsprechend genutzt. Edge-Computing wird in vielen Branchen zunehmend als wertvolle Komponente einer ganzheitlichen industriellen Automatisierungsstrategie gesehen.

Entwicklung und Wert von Edge-Computing

Wie haben Sie die Entwicklung des Edge-Computing seit den Anfängen erlebt? Welchen Wert hat es in Ihren Augen für Produktionsanlagen in der realen Welt geliefert?

TC

Wenn man sich SCADA ansieht und wie wir in der Vergangenheit SCADA-Systeme aufgebaut haben, würden wir einen zentralen Server einsetzen. Diesen würden wir dann direkt mit allen intelligenten Geräten oder SPSen draußen im Netzwerk verbinden. Wir würden Antwortprotokolle abrufen, um an die Daten zu kommen. Beispielsweise würden wir diese Informationen jede Sekunde an ein zentrales Kontrollsystem zurücksenden. Allerdings bringt das zwangsläufig einige Probleme mit sich. Besonders in Branchen, in denen die Kommunikation nicht stabil ist.

Ein Beispiel: In der Abwasserwirtschaft gibt es Druckerhöhungspumpen. Sie übertragen die Daten über Mobilfunk, Satellit oder Mikrowellen. Wenn dieses Kommunikationsnetzwerk ausfällt, gehen alle Informationen verloren.

Das Edge wurde wirklich wichtig, um einen Teil des Stacks am Edge des Netzwerks einsetzen zu können. So erhalten wir diese Funktionalitäten wie Speichern und Weiterleiten. Die Daten werden lokal zwischengespeichert und dann wieder an unser zentralisiertes System weitergeleitet. Oder die Bereitstellung einer lokalen HMI. Klassischerweise befand sich eine HMI immer im Edge. Sie ist genau dort und kommuniziert mit diesen Geräten. Dadurch bietet sie Ihnen das entscheidende Steuerungssystem.

Heute sind Kommunikationsmöglichkeiten und Bandbreite nicht mehr das Thema. Das Ziel ist heute, umsetzbare Einblicke aus den Daten zu erhalten. Daher brauchen wir die Fähigkeit, mehr Daten effizient und mit schnelleren Raten von der Quelle ins Unternehmen zu holen. Sobald Sie die Daten haben, können Sie erkennen, wann sie aus der Spezifikation fallen. Sie können zum Beispiel eine vorausschauende Wartung durchführen. Wenn Sie sehen, dass die Temperatur einer Produktionsmaschine ansteigt oder die Ausgabe sinkt, können Sie eine Wartung planen, bevor sie kaputt geht oder ein Sicherheitsrisiko darstellt.

Anlagenmodernisierung – Ist „Zerlegen und Ersetzen“ die einzige Option?

Es herrscht die Vorstellung, dass die Aufrüstung einer Anlage zu einer intelligenten Anlage eine komplette Überholung dieser Anlage erfordern würde. Das bedeutet, ein kostspieliges Zerlegen und Ersetzen von Steuerungen. Können Edge-Geräte bei der Aufrüstung dieser Systeme helfen? Wie können Einrichtungen ihre bestehenden Investitionen schützen? 

RL

Fabriken steuern Prozesse und Automatisierungen typischerweise mit Industrie-PCs und Industrie-Servern. Dies reift zu Edge-Computing und Cloud-Computing heran. Es werden immer mehr Funktionen im Edge eingesetzt, die denen eines Rechenzentrums ähneln. Machine Learning, Analytik und vorausschauende Wartungsaktivitäten sind jetzt möglich. Nun sehen wir eine Entwicklung hin zu digitalen Zwillingen und vorgeschriebenen Umgebungen, in denen die Systeme sich selbst reparieren.

Unternehmen und die Möglichkeiten wachsen über die einfache Steuerungsautomatisierung hinaus zu einer eher datenverarbeitenden Umgebung. Industrie-PCs und Industrie-Server bieten eine leistungsfähigere Datenverarbeitung. Damit ist es nicht erforderlich, dass eine Einrichtung alle Geräte herausreißt, um neue Geräte einzubauen. Wir sind in der Lage, diese höhere Stufe der Rechentechnologie mit den bestehenden Geräten zu verbinden. Dadurch können die Fabriken den Rechenkomplex nahtlos auf die bestehende Infrastruktur aufsetzen anstatt sie zu ersetzen. Es ist ein ziemlich reibungsloser Ansatz für die aktuell eingesetzten Technologien. So werden alle neuen Funktionalitäten in die lokale Umgebung gebracht. Es kann auch eine nahtlose Integration in die zentralisierten oder Kern-Computer-Ressourcen des Unternehmens sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese vor Ort oder außerhalb sind.

TC 

Wenn wir die Reise der digitalen Transformation betrachten, waren die Welten von OT und IT bisher getrennt. Heute gibt es eine Nachfrage nach den Daten – IT und OT müssen zusammenkommen. Jeder will Zugang zu den Daten. Alle haben die Möglichkeit, mehr mit diesen Daten zu machen.

In der Vergangenheit hat die Management-Seite eines Unternehmens versucht, mithilfe von Middleware oder Skripten Erkenntnisse aus den enormen Datenmengen der OT zu gewinnen. Dies kann jedoch den Betrieb stören. Jetzt können wir Technologien einführen, die die Daten grundlegend von einem Edge-First-Standpunkt aus betrachten. Somit minimieren wir diese Unterbrechungen. Außerdem bietet sich uns damit eine einzige Quelle der Wahrheit. Sie nutzt die heutigen modernen offenen Standardtechnologien und Kommunikationsprotokolle wie MQTT. Nun können die Daten sicher und effizient in die Cloud übertragen werden. Dort kann das Unternehmen diese Daten nutzen, um einen Wert daraus zu ziehen.

RL 

Die OT-Welt „von früher“ war eine geschlossene Umgebung mit oftmals geschützten Kommunikationsprotokollen. Im Gegensatz dazu war die IT-Umgebung viel offener und kommunizierte über Standards. Was jetzt passiert, ist, dass die Rechenumgebungen im Edge immer offener werden. Sie werden IT-ähnlicher, während sie viele ihrer OT-Grundlagen beibehalten. Demzufolge sehen wir mehr und mehr Unternehmen, die diese beiden Umgebungen miteinander verschmelzen. Die Technologie ermöglicht dies mit komplexen Rechenfunktionen und neuen Kommunikationsfähigkeiten. Dazu gehört auch die 5G-Technologie. Sie müssen nicht als disruptive Technologien eingesetzt werden, sondern können nahtlos in die aktuelle Umgebung eingebunden werden. 

Die Technologien, die Teil des Edge-Computing sind

Die richtige Größenordnung der Hardware und die passenden Technologien sind so wichtig. Was sind einige dieser Technologien, von denen eine Edge-Computing-Anwendung profitieren kann? 

RL

Es wird eine größere Abhängigkeit von Netzwerken mit höherer Bandbreite geben. 5G wird ein immer größerer Teil der Gleichung werden. Skalierbare Rechenleistung ist wichtig. Das ist die Fähigkeit, die Größe des Rechenkomplexes an die Größe der Arbeitsbelastung anzupassen. Es ist die Fähigkeit, nahtlos von einem kleinen Rechenkomplex zu einem größeren Rechenkomplex zu skalieren. Dieser kann dann tatsächlich nahtlos zu einer Multiprozessor- oder Multiplattform-Umgebung skaliert werden.

Ich arbeite oft mit Unternehmen, die sagen, sie haben ein einziges Problem zu lösen. Wenn es gelöst ist, dann haben sie drei weitere Probleme und dann fünf weitere, und dann zehn weitere. Die Nachfrage nach den Diensten und den Anwendungen, die am Edge zusammen mit denen im zentralen Kern des Unternehmens benötigt werden, wächst unendlich. Also muss der Rechenkomplex in der Lage sein, an einem Punkt zu beginnen und von dort aus zu wachsen. Deshalb ist diese skalierbare Rechenfähigkeit mit der unbegrenzten Möglichkeit, zu wachsen und Kapazität aufzunehmen, so wichtig.

Weitere Technologien, die von Vorteil sind, sind künstliche Intelligenz, Machine Learning und ein digitaler Zwilling der Umgebung. Das ist die Fähigkeit, eine analoge Umgebung in einer digitalen Umgebung darzustellen. Damit können Sie die ideale Welt und die reale Welt vergleichen und gegenüberstellen. Sie können diese Daten des digitalen Zwillings jedoch nutzen, um die vorbeugende Wartung, die vorausschauende Wartung und die vorgeschriebene Selbstreparatur voranzutreiben. Dadurch erweitern sich die Erfahrungen der Mitarbeitenden. Die Fähigkeit, die reale Welt praktisch gegenüber der digitalen Welt zu modellieren, wird also ein wichtiger Bestandteil davon sein.

Die riesigen Datenmengen, die wir bewegen müssen, werden den Bedarf an Datenkompression, Datenmanagement und Gerätemanagement vorantreiben. Auch die Fähigkeit, Support bereitzustellen und all diese verschiedenen vernetzten Geräte zu warten. Wenn Sie sich diese verschiedenen Aktivitäten mit der Verwaltung von Benutzerrechten, digitalen Rechten, Zugriffskontrollen und Sicherheit ansehen… Wenn wir der Umgebung nicht vertrauen können, gibt es keine Möglichkeit, diese Umgebung zuverlässig auszuführen. Außerdem geht es nicht nur um die Sicherheit innerhalb einer Organisation in Bezug auf Zugriffskontrolle und Rechte. Ebenso spielen externe Cyber-Bedrohungen eine Rolle. Die Nachrichten waren in letzter Zeit voll von Beispielen für Cyber-Bedrohungen, die heutzutage auftreten. Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe von Technologien, die wir am Edge einsetzen werden, welche bislang noch nicht in Betracht gezogen wurden. Das ändert die Dynamik wirklich entscheidend, während wir voranschreiten.

TC

Es ist unglaublich wichtig, die Architektur zu ändern – weg von OT-Anwendungen, die direkt mit Geräten kommunizieren. Wir wollen einen Punkt erreichen, an dem die Geräte Daten in eine Infrastruktur mit offenen Standards veröffentlichen. Dann können wir die Daten auf eine Art nutzen, die den gesamten Kontext liefert, den man braucht. Das wird den digitalen Zwilling unterstützen. Wir wollen, dass alle Daten im Edge und mehr davon veröffentlicht werden. Wir müssen das aus einer OT-First-Sicht betrachten. Zuerst muss man die Architektur festlegen und sich dann die nächsten Schritte ansehen. Es ist wichtig, am Anfang den richtigen Edge-Computer auszuwählen. Er muss nicht nur die Herausforderungen lösen können, die jetzt anstehen, sondern auch die Herausforderungen der Zukunft. 

RL

Eines der Dinge, die wir im Auge behalten müssen, ist, dass diese Rechendomänen ein nahtloses Rechenkontinuum sein müssen. Das sind das Edge, der Kern und die Cloud. Dieses Kontinuum muss die Bedürfnisse des Unternehmens in all seinen Abläufen abdecken. Dazu gehören nicht nur seine Anlagen oder Räumlichkeiten, wenn Sie so wollen, sondern auch die Produkte und Services, die es für seine Kund:innen entwickelt und bereitstellt. Auch die Prozesse, die innerhalb des Unternehmens ablaufen umfasst es. Damit einher geht auch die Integration der Arbeitskräfte.

Bei Intel nennen wir dies die „4 Ps“: Prozesse, Produktionsstätten, Personal und Produkte. Wir betrachten die nahtlose Integration von IT-Geräten als ein Rückgrat für dieses gesamte Rechenkontinuum. Das sind keine Recheninseln. Es handelt sich also um eine architekturorientierte Herangehensweise an den von Travis angesprochenen Punkt, dass wir Unternehmen wirklich dahingehend unterstützen müssen, Vorteile für das gesamte Unternehmen zu erzielen und nicht nur POC (Proof of Concept)-Pilotprojekte.

TC 

Ja – dort, wo die OT-Manager und die IT-Manager grundsätzlich zusammenarbeiten, um die Herausforderungen zu lösen, die das Unternehmen mit sich bringt. Sie können nicht nur auf ihre eigene Domäne schauen. Alles ist mit dem Edge und der Cloud verbunden. Daher ist es ein enormer Vorteil, den wir erhalten, wenn wir auf die Daten zugreifen und daraus lernen. Allerdings gibt es manchmal Widerstand gegen diese Veränderung. Es muss also eine Akzeptanz auf breiter Ebene geben.

OnLogic 

Wenn Sie heute nach einer solchen Lösung suchen, ist Folgendes entscheidend: Stellen Sie sicher, dass Sie das richtige Gerät mit den richtigen I/O, den passenden Fähigkeiten mit der richtigen Rechenleistung sowie der notwendigen Erweiterung haben. So können Sie skalieren. 

Der Wert eines digitalen Zwillings

Wo fangen wir an, wenn wir auf einen digitalen Zwilling zusteuern wollen? Können Sie über den digitalen Spiegel sprechen? Wie kann er von Nutzen sein? 

TC

Um die Vorteile von Datenanalysen nutzen zu können, müssen wir unsere Daten im richtigen Kontext betrachten. Diese Daten bilden die Grundlage des digitalen Spiegels. Er ist ein Abbild des Unternehmens in Form von Daten. Und die Daten sind auf jeder Ebene des Unternehmens auffindbar. Dazu gehört auch die Cloud. Wenn wir also alle Daten zusammen mit den richtigen Informationen und dem richtigen Kontext haben, ermöglicht uns das, viel weiter zu gehen. Dabei kommt es wirklich darauf an, diese Modelle zu definieren und die Assets zu definieren, mit denen wir arbeiten können. 

RL

Mit einem digitalen Zwilling gelangen Sie nicht nur in die Modellierung, sondern auch in die Ausführung einer Umgebung. Er ermöglicht einer Anlage, sich von der vorbeugenden und vorausschauenden Wartung zu einem Zustand der vorgeschriebenen Wartung weiterzuentwickeln. Dabei erreichen wir auch einen Zustand der Erweiterung des Personals. Wir fangen an, Mensch-Maschine-Interaktionen aufzubauen – nicht nur eine Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI). Man beginnt tatsächlich damit, die Maschine und das menschliche Handeln zeitgleich zusammenzubringen. Somit werden wir anfangen, der maschinellen Ausführung mehr und mehr zu vertrauen. Schließlich wird dies zu einem autonomen System führen. Es wird über die Selbstreparatur und die Selbstregulierung hinausgehen. Damit wird es zu einer vollständig autonomen Betriebsumgebung.

In einigen Bereichen wie der intelligenten Gebäudetechnik sehen wir völlig autonome Lösungen. Ich habe ein Beispiel, bei dem Hunderte von Menschen gleichzeitig ein Gebäude in New York City verlassen haben. Erinnern Sie sich an die Sonnenfinsternis, die vor ein paar Jahren zu sehen war. Alle Mitarbeitenden gingen, um sich das anzusehen. Die automatisierte Gebäudetechnik bemerkte die Veränderung der Umgebung, nachdem alle Menschen hinausgegangen waren. Daraufhin passte sie ihre Funktionen an, beispielsweise die Klimaanlage. All das tat sie autonom innerhalb weniger Minuten. Das Gebäude selbst erkannte, dass tausend Menschen aus dem Gebäude gingen und es passte sich an. Dies ist ein Beispiel dafür, wie eine schnelle Reaktion auf die Daten Unternehmen ermöglichen kann, Energie und Geld zu sparen.

Ich denke, wir werden auf diese Ebene gelangen, auf der wir dem vertrauen, was der Zwilling uns über die Ausführungswelt erzählt. Wir lassen die Maschine die Arbeit machen, aber wir haben immer die ultimative Kontrolle in der Mensch-Maschine-Interaktion. Um dorthin zu gelangen, bedarf es eines Wachstums. Dafür müssen die Unternehmen schon heute planen.

Die Fallstricke der digitalen Transformation vermeiden

Gibt es häufige Fehler, die man beim Nachdenken über die Projektanforderungen frühzeitig vermeiden sollte? Was steht einer späteren Skalierung meist im Weg?  

RL

Ich denke, ein großer Fehler ist, zu klein zu denken. Man muss wirklich über die Auswirkungen des eigenen Handelns auf das Unternehmen und den Unternehmenswert nachdenken. Viele Unternehmen machen winzig kleine Projekte, die eine geringe Auswirkung haben, ohne die Unternehmensinvestition. Sie müssen mit dem größeren Zweck des Unternehmens verbunden werden. Ich denke, worauf Sie achten sollten, wenn Sie diese Programme ausbauen, ist, dass Sie die Aktivitäten nicht getrennt voneinander betrachten. Denken Sie ganzheitlich. Wie kann das Projekt das gesamte Unternehmen beeinflussen? Ich komme noch einmal auf das „4 P“-Konzept zurück: Prozesse, Produktionsstätten, Personal und Produkte. Wenn Sie über die „4 P“ hinaus denken, dann hat das Projekt Relevanz für das Unternehmen. 

TC

Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist, die richtigen Lösungen frühzeitig zu implementieren. Wir haben über Hardware gesprochen. Es geht darum, die richtige Art von Hardware im Edge zu installieren. Das hilft nicht nur dabei, Herausforderungen jetzt zu lösen, sondern auch in der Zukunft. Oftmals sehen wir, dass Unternehmen sich für das Nötigste entscheiden. Das löst vielleicht die aktuellen Herausforderungen, aber gibt dem Unternehmen nicht die Möglichkeit, zu wachsen und zu skalieren. Skalierbarkeit ist hier unglaublich wichtig. Außerdem brauchen wir Lösungen, die transparent sind. Sie müssen offene Technologien nutzen, die wir verstehen. Dabei dürfen wir uns nicht an geschützte Technologien oder einen einzigen Anbieter binden. Wir müssen in der Lage sein, auf verschiedene Technologien zuzugreifen und Interoperabilität zu gewährleisten. Es ist wichtig, ganzheitlich zu denken und von Anfang an die richtigen Lösungen einzusetzen. 

OnLogic

Es ist wichtig, eine Beziehung zu seinen Anbietern zu haben und mit ihnen auf beratende Weise zusammenzuarbeiten. Ebenfalls von Bedeutung ist, dass Ihre Anbieter Ihre Vorstellung davon verstehen, was Sie brauchen und wohin Sie gehen. So können Sie sicherstellen, dass Sie die richtige Hardware und die passenden Technologien erhalten.

Software-Integration

Frage eines Teilnehmers: Kann eines Ihrer Produkte mit NetSuite integriert werden? 

TC

Mit unserem Produkt Ignition bieten wir eine Menge an Integration. Wir bieten Treiber für alle möglichen SPSen, die Protokolle wie MQTT und OPC UA nutzen. Bei anderen Produkten gibt es verschiedene Integrationen wie REST- und SOAP-APIs oder die Datenbank-Standardkommunikation. Es gibt einige Fälle, in denen die Integration direkt erfolgt. Meistens basiert sie aber auf diesen offenen APIs oder offenen Standards.  

RL

Es ist wichtig, auf das Problem zurückzukommen, zu klein anzufangen. Wenn man nicht über die Tools auf Unternehmensebene nachdenkt, die man mit den Tools in der Edge-Domäne oder sogar auf der Appliance-Ebene zusammenbringen möchte, dann kommt es zu Inkonsistenzen. Aber es ist möglich. Wir helfen Unternehmen heute dabei, eine Deep-Edge-Domain-Appliance nahtlos mit Back-End-Office-Tools wie NetSuite oder anderen auf dem Markt erhältlichen Tools kompatibel zu machen. Also würde ich sagen, ja, Kompatibilität ist in die Systemarchitektur eingebaut, wenn sie richtig konzipiert ist. Und die nahtlose Migration von Daten zwischen verschiedenen Tools ist immer möglich – wenn man vorausschauend plant.  

TC

Ich füge nur noch schnell eine Sache hinzu: Heute gibt es eine Methodik – DataOps. Wir sind alle mit DevOps vom Standpunkt der Entwicklung aus vertraut, aber jetzt gibt es DataOps. Das ist eine Methodik, mit der man Daten in Bewegung bringen kann. Im Grunde genommen basiert dies auf dem Konzept, das wir haben, der Standardisierung oder Normalisierung. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit, diese Informationen zwischen den verschiedenen Systemen in den richtigen Kontext zu bringen. Das gewinnt heute langsam an Fahrt. Es gibt viele Produkte und Tools da draußen, die bei dieser Methodik helfen. 

RL

Im Grunde genommen sind das, worüber Sie sprechen, Technologien, die auf Servern laufen. Umgebungen, die auf Serverumgebungen installiert und bereitgestellt werden. Wenn wir also über das Edge sprechen, ist es einfach eine herunterskalierte Rechenzentrumsumgebung im Vorwärtskontext. Aber es hat diese einzigartige Fähigkeit, mit der OT-Welt auf der einen Seite und der IT-Welt auf der anderen Seite zu kommunizieren. Wenn also Ihre Edge-Rechenumgebung so aufgebaut ist, dass sie sich nahtlos in die IT-Umgebung einfügt, dann wissen Sie, dass Architektur eine Rolle spielt. Intel hat über das gesprochen, was wir die digitale Transformation der Unternehmensarchitektur nennen. Dabei geht es nicht nur darum, eine Edge-Domäne zu bauen, die mit einer IT- oder zentralen Geschäftsdomäne kommunizieren kann. Es geht vielmehr darum, den Weg über diese beiden Domänen hinweg zu integrieren. Somit ist er nahtlos und wird als ein natürliches Kontinuum der Rechenanalytik gesehen. Damit werden die Anforderungen des Unternehmens unterstützt. 

Edge vs Cloud

Wann ist Edge-Computing nicht genug und welche Funktionen gehören weiterhin in die Cloud?

RL

Man muss sich die Dinge ansehen, die den Bedarf nach einer stärkeren Edge-Rechendomäne antreiben würden. Wenn wir mit Unternehmen sprechen, sind die Kosten immer ein wichtiger Faktor. Das Verschieben und Migrieren von Daten vom Edge in die Cloud und wieder zurück kann extrem kostspielig sein. Vor allem ist das der Fall, wenn die Daten außerhalb liegen und wieder in das Unternehmen zurückkehren müssen.

Auch die Latenz ist ein großes Thema. Wir sehen das in unseren eigenen Fabriken. Manchmal geht das Verschieben von Daten außerhalb und das Zurückbringen in das Unternehmen einfach nicht schnell genug. Die Bandbreite ist ein großes Problem. Wenn man anfängt, Petabytes an Daten aus einer Fabrik in eine Cloud zu verschieben, benötigt man eine riesige Bandbreite, um das zu unterstützen. In einer autonomen Welt brauchen Sie Interoperabilität. Wenn Sie Portale zu Ihrer Organisation öffnen, eröffnen Sie die Gelegenheit für Cyber-Bedrohungen und Cyber-Angriffe. Ich denke, das sind alles Themen, die man berücksichtigen muss.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass das Edge der Cloud und dem Kern nicht unähnlich ist. Es ist sogar so konzipiert, dass es architektonisch mit diesen Umgebungen identisch ist. In Wahrheit kann das Edge so groß oder so klein werden, wie Sie es brauchen. Es muss die Kosten- und Betriebsanforderungen des Unternehmens erfüllen. Dabei kommt es auf die betriebliche Effizienz, die Sicherheit, die Kosten und die Bandbreite an. Diese Dinge sind keine separaten Bereiche. Sie müssen als ein integrierter Satz von Technologien betrachtet werden.

TC

Ich denke, es geht wirklich um ein Gleichgewicht zwischen den beiden. Man muss sich die geschäftlichen Anforderungen ansehen, die man für das Edge hat, und verstehen, was man braucht. Es gibt auch Überlegungen zur Wartung. Dieses Gleichgewicht wird wichtig sein, wenn es um die Frage geht, wie wir das, was wir lokal tun müssen, lösen. Wie beziehen wir die Cloud ein, um das zu ergänzen? Und wie arbeitet alles in diesem Kontinuum zusammen?

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About the Author: Sarah Lavoie

Sarah Lavoie is a content creator for OnLogic. When not writing, she can usually be found exploring the Vermont landscape with her camera looking to photograph something amazing.
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